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بسم الله الرحمن الرحيم

 

Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen

Nachricht und Kommentar

Die muslimische Frau wird erneut zum Ziel säkularer Wahlkampfmanöver

Nachricht:

Marine Le Pen, Vorsitzende der rechtsextremen französischen Partei „Rassemblement National“ (RN) und Kandidatin für die französischen Präsidentschaftswahlen 2027, setzt sich erneut für ein Verbot des Hidschabs im öffentlichen Raum ein. Sollte sie die Wahlen gewinnen, plant sie, das Verbot in ein Gesetz zur Bekämpfung des „radikalen Islamismus“ aufzunehmen und das Tragen des Hidschabs in der Öffentlichkeit unter Strafe zu stellen. Der RN-Abgeordnete Jean-Philippe Tanguy kündigte am 30. August im Nachrichtensender BFM TV an, dass die Partei im Falle eines Wahlsiegs Geldstrafen gegen Frauen verhängen wolle, die in der Öffentlichkeit einen Hidschab tragen, und dass das islamische Kopftuch eine Ideologie repräsentiere, die den von Frankreich seit Jahren vertretenen Werten widerspreche. Die RN erklärte, dass diese Haltung Teil einer umfassenderen Anstrengung sei, die sogenannte „islamistische Ideologie“ zu bekämpfen und das säkulare Modell Frankreichs zu verteidigen.

Kommentar:

Angriffe auf die islamische Kleidung der muslimischen Frau und das Schüren von Islamfeindlichkeit als Wahlkampfmittel zur Gewinnung von Unterstützung in rassistischen und fremdenfeindlichen Teilen der Gesellschaft sind weder in Frankreich noch in anderen säkularen Staaten etwas Neues. Sie sind vielmehr die Norm und Teil des politischen Alltags in diesen Staaten. Im vergangenen Jahr schlug Gabriel Attal, ehemaliger Premierminister unter dem französischen Präsidenten Macron, vor, Mädchen unter 15 Jahren das Tragen des Kopftuchs im öffentlichen Raum zu verbieten, mit der Begründung, dies „beeinträchtige die Gleichberechtigung der Geschlechter und den Schutz von Kindern ernsthaft“. Im Jahr 2012 forderte ein Erlass des damaligen Bildungsministers Luc Chatel Mütter, die ein Kopftuch tragen, von Schulausflügen auszuschließen. Nach der derzeitigen französischen Gesetzgebung dürfen Staatsbedienstete in staatlichen Gebäuden, einschließlich Schulen und Krankenhäusern, im Rahmen des säkularen Staatsverständnisses kein Kopftuch tragen, und bereits seit 2004 gilt ein Kopftuchverbot an Schulen. In Österreich ist diesen September ein Gesetz in Kraft getreten, das Kopftücher an Schulen für Mädchen unter 14 Jahren verbietet.

Daher sind die Instrumentalisierung des Hidschabs als Wahlkampfmittel durch den RN und der Vorschlag, ihn aus dem öffentlichen Leben zu verbannen, nicht bloß das Hetzen einer rechtsextremen Partei. Vielmehr wurden islamfeindliche Rhetorik und Maßnahmen von Parteien aller politischen Couleur in Frankreich als politisches Instrument eingesetzt, um Wählerstimmen zu gewinnen, einschließlich der Verhängung oder Unterstützung von Hidschab- oder Niqab-Verboten, wobei die säkulare Grundlage des Staates als Rechtfertigung angeführt wurde. Und solche islamfeindlichen Maßnahmen, wie Hidschab- und Niqab-Verbote, sind nicht nur in Frankreich und Österreich weit verbreitet, sondern auch in anderen säkularen Staaten, etwa in Belgien, Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden, Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan, um nur einige zu nennen.

Bei dieser Frage geht es um das korrupte säkulare System, das es zulässt, dass das Schüren von Islamfeindlichkeit und die Dämonisierung islamischer Glaubensüberzeugungen als akzeptables Wahlkampfmittel eingesetzt werden, um die Vorurteile rassistischer und fremdenfeindlicher Wähler zu bedienen. Es geht um ein System, unter dem muslimische Frauen ohne jegliche Konsequenzen stigmatisiert, marginalisiert und diskriminiert werden können. Ein System, das von der Notwendigkeit spricht, muslimische Frauen und Mädchen zu schützen, während es gleichzeitig ihre Kleidung mit Extremismus in Verbindung bringt, was zu zunehmender Gewalt gegen sie führt. Es geht um das heuchlerische säkulare System, das sich für Freiheiten und Gleichberechtigung einsetzt und dennoch muslimischen Frauen das Recht verweigert, ihre grundlegenden religiösen Überzeugungen und Glaubensgrundsätze zu praktizieren. Ein System, das andere Staaten dafür angreift, dass sie ihren Mädchen und Frauen den Zugang zu angemessener Bildung oder Arbeitsplätzen verweigern, während es gleichzeitig muslimische Mädchen und Frauen, die den Hidschab tragen, von Schulen, Universitäten und verschiedenen Berufen ausschließt. Es geht um das unmoralische säkulare System, das die Sexualisierung, Objektivierung und Ausbeutung von Frauen in der Schönheits-, Mode-, Unterhaltungs- und Pornografieindustrie zulässt und dennoch Frauen kriminalisiert, die sich zurückhaltend kleiden und ihre Würde durch ihre religiöse Kleidung wahren. Und es geht um das schwache säkulare System, das sich durch ein Stück Stoff bedroht fühlt und es versäumt, allen seinen Bürgern gleichen Respekt und gleiche Rechte entgegenzubringen. Ein System, das Schwierigkeiten hat, den religiösen Überzeugungen aller unter seiner Herrschaft lebenden Menschen Rechnung zu tragen, und dessen Werte, Grundsätze und Rechte je nach politischen Interessen formbar, unvorhersehbar und vernachlässigbar sind.

Bei dieser Frage geht es um das fehlerhafte säkulare System, das ungeeignet ist, eine Gesellschaft zu regieren, und unter dem das Aufkeimen des Faschismus knapp unter der Oberfläche brodelt. All dies verdient doch gewiss die Erwägung eines alternativen Systems für die Menschheit und die Nationen.

Im islamischen System, dem Kalifat auf der Grundlage der Methode des Prophetentums, ist der Staat verpflichtet zu gewährleisten, dass alle seine Bürger – Muslime wie Nicht-Muslime gleichermaßen – dieselben Staatsbürgerrechte ohne Diskriminierung genießen, einschließlich des Schutzes ihres Lebens, ihres Eigentums, ihrer Würde und ihrer religiösen Überzeugungen. Der Staat ist ebenso verpflichtet gut für die Dhimmi (die nichtmuslimischen Bürger des Staates) zu sorgen, sie vor jeglichem Schaden zu bewahren und stets gerecht über sie zu herrschen. Allah (swt) sagt: (إِنَّ اللّهَ يَأْمُرُكُمْ أَن تُؤدُّواْ الأَمَانَاتِ إِلَى أَهْلِهَا وَإِذَا حَكَمْتُم بَيْنَ النَّاسِ أَن تَحْكُمُواْ بِالْعَدْلِ إِنَّ اللّهَ نِعِمَّا يَعِظُكُم بِهِ إِنَّ اللّهَ كَانَ سَمِيعًا بَصِيرًا)Allah befiehlt euch, anvertraute Güter ihren Eigentümern (wieder) auszuhändigen und, wenn ihr zwischen den Menschen richtet, in Gerechtigkeit zu richten. Wie trefflich ist das, womit Allah euch ermahnt! Gewiß, Allah ist Allhörend und Allsehend.“ [An-Nisa: 58]. Und der Prophet (saw) sagte: «أَلَا مَنْ ظَلَمَ مُعَاهِدًا أَوْ انْتَقَصَهُ أَوْ كَلَّفَهُ فَوْقَ طَاقَتِهِ أَوْ أَخَذَ مِنْهُ شَيْئًا بِغَيْرِ طِيبِ نَفْسٍ فَأَنَا حَجِيجُهُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ»„Wer einem Menschen, der unter Schutzvertrag steht (d. h. einem Dhimmi), Unrecht tut, seine Rechte verletzt, ihm mehr Arbeit aufbürdet, als er leisten kann, oder ihm etwas ohne seine Zustimmung wegnimmt, gegen den werde ich am Tag der Auferstehung als Ankläger auftreten.“ Darüber hinaus darf der Staat unter der Herrschaft des Islam nicht in die religiösen Überzeugungen oder den Gottesdienst der Dhimmi eingreifen; vielmehr wird ihnen gestattet, diese unter dem Schutz des Gesetzes auszuüben. Aus diesem Grund schrieb der amerikanische Schriftsteller und Historiker Will Durant: „Zur Zeit des Umayyaden-Kalifats genossen die Buchreligionen (Christen, Zoroastrier, Juden und Sabier) ein Maß an Toleranz, wie wir es selbst heute in christlichen Ländern nicht finden. Es stand ihnen frei, die Riten ihrer Religion zu praktizieren, auch ihre Tempel sowie Kirchen blieben erhalten. Sie erfreuten sich an Autonomie, indem sie den religiösen Gesetzen ihrer eigenen Gelehrten und Richter unterstanden.“ Dies ist der Unterschied zwischen Systemen, Ideologien und Gesetzen, die dem schwachen, voreingenommenen und wankelmütigen Verstand von Menschen entspringen, und dem System und dem Din, welche vom Schöpfer des Universums, Allah (swt), offenbart wurden.

Geschrieben für das Zentrale Medienbüro von Hizb ut Tahrir von
Asma Siddiq
Mitglied des Zentralen Medienbüros von Hizb ut Tahrir
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