Mittwoch, 11 Rabi' al-thani 1448 | 23/09/2026
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Zentrales Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir

H.  1 Rabi' I 1448 No: 1448AH/37
M.  Mittwoch, 02 September 2026

 

Presseverlautbarung

Ist der „Wind ohne Pass“ die Ursache für die Smog-Katastrophe in Südostasien?

(Übersetzung)

Die Smog-Katastrophe hat in ganz Südostasien für Aufsehen gesorgt, und die ASEAN hat sie sogar zu einem regionalen Sicherheitsrisiko erklärt. Die Aussage eines ehemaligen Gouverneurs von Jakarta ist plötzlich wieder in die öffentliche Debatte geraten: „Der Wind hat keinen Pass“, bemerkte er vor Jahren in Anspielung darauf, wie der durch Waldbrände ausgelöste Rauch vom Wind getragen wird.

Dieser Rauch stammt von Hunderttausenden Hektar brennender indonesischer Wälder. Die indonesische Nationale Katastrophenschutzbehörde (BNPB) verzeichnete eine Gesamtfläche von 72 798 Hektar, die von Waldbränden betroffen war, wobei die Provinz Westkalimantan mit 38 310 Hektar das größte betroffene Gebiet darstellte. Der Rauch macht nicht an den Verwaltungsgrenzen Indonesiens Halt, sondern wird vom Wind bis nach Sarawak in Malaysia getragen. In Serian wurde ein Luftverschmutzungsindex von 195 gemeldet, während der Wert in Tebedu 200 erreichte. Insgesamt wurden 108 Schulen in Serian vorübergehend geschlossen. In ganz Sarawak wurden 591 Schulen in 10 Bezirken geschlossen, wovon etwa 197 000 Schüler betroffen waren. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Schließungen auch auf Penang ausweiten. Auch in Indonesien sind die Auswirkungen des Smogs und der Waldbrände gravierend. Schätzungsweise 3 Millionen Menschen in 37 Regentschaften und Städten waren dem Smog direkt ausgesetzt, wobei die Fälle akuter Atemwegsinfektionen (ARI) in einigen Gebieten um bis zu 78 % angestiegen sind. Kleinkinder, Kinder, Schwangere und ältere Menschen sind am stärksten betroffen.

Zum jetzigen Zeitpunkt muss nicht mehr darüber debattiert werden, ob die Ursache natürlicher Art ist (wie El Niño) oder menschengemacht. Die zentrale Debatte dreht sich vielmehr um „Unternehmenskriminalität“ in Kombination mit einer „parteiischen Strafverfolgung“. Dies zeigt sich an folgenden Punkten: (1) Seit Anfang der 2000er Jahre haben massive Konzessionsgenehmigungen Unternehmen dazu veranlasst, riesige Kanäle zur Entwässerung von Torfländern zu bauen, wodurch diese bis in die tieferen Bodenschichten extrem leicht entzündlich wurden. (2) WALHI und eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen heben hervor, dass sich dutzende Brandherde genau innerhalb der Konzessionsgebiete von (meist privaten oder gar ausländischen) Palmöl- und Bergbauunternehmen befinden. (3) Eine Strafverfolgung, die gegenüber den Machtlosen hart durchgreift – bei der Kleinbauern strafrechtlich verfolgt werden, während die Genehmigungen torfzerstörender Konzerne unangetastet bleiben – wird als eindeutige Ungerechtigkeit und Zeichen einer einseitigen Justiz wahrgenommen.

Indonesischer Staatsbürger oder WNI zu sein bedeutet, an wirtschaftliche Kolonialisierung durch selektive Anwendung weltlicher Gesetze und an die Ausbeutung der Wälder gewöhnt zu sein, wodurch Oligarchen reich werden und die einfache Bevölkerung verarmt. Daten von WALHI deuten darauf hin, dass bis zu 142 Unternehmen im Verdacht stehen, an der Entstehung der Waldbrände beteiligt zu sein. Die Organisation hat sogar auf die mutmaßliche Beteiligung ausländischer Firmen, insbesondere aus dem Bergbau- und Nickelsektor, an diesen Aktivitäten hingewiesen. In dieser Situation erhält der Satz „Der Wind hat keinen Pass“ eine eindringliche, zum Nachdenken anregende Bedeutung. Tatsächlich hat der Wind keine Staatsangehörigkeit, er erkennt weder Pässe noch Provinzgrenzen oder Verwaltungsgrenzen an – geschweige denn Grenzzäune.

Inmitten dieser Abfolge von Katastrophen könnten der Smog und der Wind durchaus als Zeichen Allahs (SWT) an die muslimischen Gemeinschaften Indonesiens und Malaysias dienen, welches uns dazu auffordert, die Grenzen, die uns trennen, zu hinterfragen und zu den Wurzeln unserer Identität zurückzukehren. Diese heftigen Winde, die weder Pässe noch Grenzen kennen, sollten uns dazu veranlassen, das Wesen unserer Staatsbürgerschaft neu zu überdenken: Entscheiden wir uns für das Schweigen und spielen weiterhin die Opferrolle, oder hinterfragen wir aktiv den Status quo und suchen nach neuen Alternativen für die Führung unserer Nationen?

Dies ist der richtige Zeitpunkt, um das Konzept des Kalifats erneut zu betrachten, da dessen authentisches Regierungssystem die Ausbeutung der Wälder der Ummah durch Konzerne oder ausländische Akteure verhindern würde. Außerdem würde es die künstlichen Grenzen aufheben, die die Wälder in muslimischen Ländern teilen und sie dadurch der Gefahr aussetzen von kapitalistischen Mächten verschlungen zu werden. Das Kalifat wird sich ausschließlich auf das Gesetz Allahs (swt), des Gerechten, stützen.

(وَإِذَا قِيلَ لَهُمْ لاَ تُفْسِدُواْ فِي الأَرْضِ قَالُواْ إِنَّمَا نَحْنُ مُصْلِحُونَ * أَلا إِنَّهُمْ هُمُ الْمُفْسِدُونَ وَلَـكِن لاَّ يَشْعُرُونَ)

Und wenn man zu ihnen sagt: „Stiftet nicht Unheil auf der Erde!“ sagen sie: „Wir sind ja nur Heilstifter“.Dabei sind doch eben sie die Unheilstifter, nur merken sie nicht.“ [Al Baqarah: 11-12]

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